Ein Badezimmer ist der am schwierigsten zu kalkulierende Raum im Haus — und der, in dem man am schnellsten Geld verliert. Es stapelt ein halbes Dutzend Gewerke auf wenige Quadratmeter, und das meiste Risiko steckt hinter den alten Platten. Hier eine Methode, die aus «Bauchgefühl» eine belastbare Zahl macht — mit komplettem Rechenbeispiel.
Kalkulieren Sie die Teile, nicht den Raum
Kalkulieren Sie ein Bad nie als Pauschale. Zerlegen Sie es in die Komponenten, die wirklich Kosten treiben, und addieren Sie:
- Rückbau & Entsorgung — Arbeit + Mulde. Ältere Gebäude verstecken hier Überraschungen.
- Abdichtung & Estrich — der Teil, den der Kunde nie sieht und nie schätzt, aber der Rückrufe verursacht, wenn Sie sparen.
- Plattenarbeiten — getrennt in Arbeit (pro m²) und Material (pro m², aus echten Lieferantenpreisen).
- Sanitärserie — WC, Waschtisch, Dusche/Wanne, Armaturen, pro Stück.
- Montage & Anschlüsse — Sanitär- und Installationsarbeit.
- Reserve — eine einzige Position, die die Unbekannten einmal bepreist.
Ein Rechenbeispiel
Ein kleines Gäste-WC, rund 4 m² Boden, 18 m² Plattenfläche:
| Komponente | Basis | CHF |
|---|---|---|
| Rückbau & Entsorgung | 1,5 Tage | 1'260 |
| Abdichtung & Estrich | 6 m² + Verbrauchsmaterial | 820 |
| Platten — Arbeit | 18 m² | 1'980 |
| Platten — Material | 18 m² zum Lieferantenpreis | 1'980 |
| Sanitärserie | WC + Waschtisch + Dusche | 2'650 |
| Montage & Sanitär | 2 Tage | 1'680 |
| Zwischensumme | 10'370 | |
| Reserve (12%) | fängt die Unbekannten auf | 1'244 |
| Fixpreis (exkl. MWST) | 11'614 |
Illustrative Zahlen für ein kleines Bad in der Region Basel — passen Sie sie an Ihren Stundensatz und Ihre Lieferantenpreise an. Es geht um die Struktur.
Wo Aufträge tatsächlich Geld verlieren
- Der zu tief kalkulierte Rückbau. In älterer Schweizer Bausubstanz ist das, was hinter den Platten steckt, die grösste Variable. Gehen Sie durch den Raum, klopfen Sie die Wände ab, und kalkulieren Sie für das, was Sie finden könnten — genau dafür ist die Reserve da.
- Das vergessene Verbrauchsmaterial. Kleber, Fugenmasse, Silikon, Abdichtung und Estrich summieren sich. Kalkulieren Sie nach Fläche (m²), nicht nach Schätzung.
- Die Preisspanne. «Zwischen 10'000 und 14'000» liest sich als «14'000, wahrscheinlich mehr». Eine feste Zahl liest sich als Kompetenz.
Bleiben Sie belastbar
Der Grund, einen Preis aus Teilen aufzubauen, ist keine Bürokratie — sondern dass jede Position nachvollziehbar ist. Fragt der Kunde «warum so viel für die Platten?», haben Sie eine Antwort: Arbeit pro m² plus Material zum aktuellen Lieferantenpreis. Genau deshalb weist Mastro auf jeder Materialzeile den Live-Lieferantenpreis und die Artikelnummer aus — ein Preis, auf den Sie zeigen können, schlägt einen Preis, den Sie verteidigen müssen.
Kalkulieren Sie die Teile, bepreisen Sie die Unbekannten einmal, und geben Sie eine feste Zahl. Dann sind Ihre Offerten kein Glücksspiel mehr, sondern ein Wettbewerbsvorteil.
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